Adventskalender

Ich habe bis letztes Jahr immer einen Adventskalender für die Kids gemacht. Die haben meist so ausgesehen:

Gestern habe ich Sohnemann gefragt, ob er dieses Jahr gern einen Adventskalender hätte. Er meinte nur knapp „nein“. Ok, auch gut 🙂

Allerdings werde ich für meine Freundin einen Adventskalender machen. Die Advents- und Weihnachtszeit ist immer besonders schwer für sie, und ich weiss auch nicht, ob ich es schaffe, vorbei zu gehen. Meine Wochenende sind alle bis Weihnachten „ausgebucht“ …

Jetzt such‘ ich Ideen, was ich in den Adventskalender packen könnte. Schokolade und Hundeleckerlis ist schon mal klar. Was könnte ich anderes verpacken? Habt Ihr Ideen? Praktische und nützliche Dinge, die nicht zu teuer sind (hab ja selbst auch nicht grad massenhaft Flüssiges). Ich bin dankbare Abnehmerin von Tipps 😉

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Kehlkopfentzündung

Letzten Samstag ist Töchterchen 17 geworden – wow! Schon 17.

Seit letztem Samstag hustet sie und gestern ging sie nicht zur Schule. Sie war auch ein bisschen heiss gestern und abends beklagte sie sich über Halsschmerzen.

Habe dann heute morgen einen Termin beim Arzt gemacht und die Diagnose: Kehlkopfentzündung.

Tja, nun ist sie unter Antibiotika und bis und mit Donnerstag krank geschrieben.

Hoffentlich wird Sohnemann nicht angesteckt…

It’s charming

Heute abend hatten wir im Rahmen eines Wortgottesdienstes mit meinem Chor zur musikalischen Begleitung beigetragen. Wir haben die Bachkantate 138 gesungen.

Wir hatten ziemlich Erfolg 🙂

Bevor es los ging, haben sich alle Choristen im Gemeindesaal noch ein wenig gesammelt.

Ich hatte im Haar eine rote Blume, so wie diese:

aber eben halt in rot, damit sie zu unserem Chor-Tenue passt.

Da kam Pierre (nein nicht dieser Pierre, wir haben im Chor auch einen Pierre), tupfte auf die Blume und grinste mich an. Ich drehte mich zu ihm und sagte „schön, gell!?“ und er darauf „it’s charming !“

Ich mag diesen Pierre sehr gern. Der würde mir echt gefallen 🙂 Als wir vor 2.5 Jahren in Pécs waren, gingen wir an einem abend gemeinsam an ein Jazz-Konzert. Damals haben wir darüber geredet, dass wir eigentlich gemeinsam mal an einen Jazz-Abend hier in Lausanne gehen könnten. Bis jetzt hat sich das nicht ergeben. Aber heute abend haben wir wieder darüber geredet. Vielleicht klappt’s ja bald einmal 🙂

Dieses Kompliment „it’s charming“ hat mich jedenfalls aufgestellt und ich gehe jetzt mit einem Lächeln zu Bett 🙂

Seelenhund

In meinem letzten Post habe ich von meiner Freundin erzählt.

Ich habe ihren Blog gemacht. Nun fehlt nur noch ein Spendenkonto 🙂 Dazu muss ich aber erst Statuten machen, damit man ein Konto eröffnen kann.

Ihr dürft ihren Blog gern weiter empfehlen 😉

Schönen Sonntag Euch allen!

 

Geschockt

Am letzten Samstag war ich bei meiner besten Freundin zu besuch. Ich habe schon von ihr erzählt. Sie lebt ja ganz allein und zurückgezogen mit ihren beiden Huskys. Sie hat keine Familie und ist leider IV-Bezüger.

Kurz bevor ich gehen wollte, fragte sie mich, ob ich eigentlich schon mal Kinderfotos von ihr gesehen hätte. Ich verneinte und sie holte eine Schachtel hervor. Etwa 8 Fotos hat sie mir gezeigt, auf welchen sie zwischen 3 und 12 Jahre alt ist. Am Schluss meinte sie: „das ist meine ganze Kindheit“. Und dann fing sie an, mir im Detail zu erzählen, was sie alles erlebt hat. Ich wusste, dass sie im Heim aufgewachsen war, ich wusste, dass ihre leibliche Mutter sie weggegeben hat, ich wusste, dass sie in die Drogen kam, aber was ich nicht wusste, sind die schrecklichen Details:

  • Sexuell genötigt vom Stiefvater wenn sie ab und zu nach Hause „musste“ und auch im Heim.
  • Im Keller eingesperrt, als sie manchmal „zuhause“ war
  • Hart bestraft mit Schlägen sowohl im Heim wie „zuhause“
  • Kein Fleisch oder Süsses im Heim
  • Keine schulische Ausbildung (die Mädchen mussten im Heim arbeiten, putzen, kochen, etc und die Jungs durften Sport treiben…)
  • Gewalt ohne Ende

Ich kann gar nicht alles aufzählen, was sie mir berichtete. Sie ist total zusammen gebrochen und hat nur noch geweint. Es kam alles raus. Am Schluss hat sie sich bei mir entschuldigt, dass sie mir das alles erzählt hätte und dass sie hoffe, es belaste mich nicht.

Ich war so geschockt. Man kann sich das kaum vorstellen. Die schlechte Führung des Heims wurde anscheinend vor ein paar Jahren aufgedeckt, aber die Verantwortlichen seien – laut ihr – straflos davon gekommen. Der Stiefvater sei abgehauen und immer noch auf der Fahndungsliste, sprich: auf freiem Fuss.

Sie will jetzt einen Blog erstellen, auf welchem sie ihre Geschichte anonym erzählen kann. Ich habe ihr vorgeschlagen, ihr dabei zu helfen, und ich werde sie dabei unterstützen so gut ich kann.

Unsere Welt ist manchmal einfach nur schrecklich und ich fühle mich grad total machtlos.

Alle nur Schafe !

Gestern hatten Töchterchen, ihr Herzbube und ich ein interessantes Gespräch.

Zuerst redeten wir über’s Kinderkriegen. Töchterchen will spätestens mit 22/23 das erste Kind (sie ist jetzt knapp 17). Herzbube findet, man kann das nicht im voraus planen. Er wolle schon noch einiges erleben (sprich reisen) und vorallem kein(e) Kind(er) haben, bevor er nicht eine sichere und stabile finanzielle Lage habe. Töchterchen meinte darauf, dass sie nicht warten wolle bis sie 30 oder älter sein (wie Herzbubes Schwester), um Kinder zu kriegen.

Man muss wissen: Herzbube ist im letzten Lehrjahr zum Winzer. Sein Vater hat ein eigenes kleines Weingut, welches er (als 5. Generation) später auch übernehmen will. Allerdings will er aber noch eine Ausbildung zum Kellermeister (keine Ahnung, ob das im Wein-Milieu auf deutsch so heisst ?) machen. Dann möchte er auch noch 1-2 Jahre in die deutschsprachige Schweiz, um deutsch zu lernen. Dazu kommt noch, dass er seinen Militärdienst noch machen muss. Bis er das alles hinter sich hat, ist er mindestens 25/26. Da er aber auch noch „etwas erleben“ will, wird er schlussendlich um die 30 sein, bis es soweit ist. Das ist Töchterchen eindeutig zu spät – sagt sie.

Nun, ich kann beide verstehen. Ich bin auch der Meinung, dass es gut ist, wenn man relativ früh Kinder hat. So hat man noch was vom Leben, wenn die Kids gross sind. Ich bin jetzt 42 und meine beiden sind schon gross. Ich habe noch knapp 25 Jahre „aktives“ Leben vor mir und wäre allenfalls eine junge Grossmutter, die auch mit den Enkelkindern noch einiges unternehmen kann. Ich finde es auch nicht so toll, wenn die Eltern 60/70 Jahre alt sind, wenn das Kind volljährig wird. Andererseits kann ich Herzbubes Argumentation verstehen. Mit Kindern ist man schon mehr gebunden und hat Verpflichtungen.

Töchterchen meinte, sie wolle ihr eigenes Leben nicht erst mit 30 beginnen. Sie möchte spätestens mit 22 ausziehen. Ich kann’s verstehen. Herzbube hat einfach finanzielle Bedenken. Da meinte Töchterchen „tous des moutons!“ (Alle nur Schafe). Auf französisch bedeutet dieser Ausdruck, dass man alles macht, wie man es halt machen muss. Anders ausgedrückt: mit dem Strom schwimmen. Das sei doch langweilig.

    

 

Ich muss ihr da recht geben. Das Problem ist einfach: Wir leben alle in dieser Gesellschaft und wenn man nicht von Kind auf im Geld schwimmt, hat man nicht wirklich die Wahl. Man kann ja nicht tun und lassen was man will. Irgendwie muss man ja Geld verdienen, um überleben zu können. Oder aber man muss komplett Selbstversorger werden, sich eine Hütte im Wald bauen und von der Hand in den Mund leben. Allerdings wird man dann zum Aussenseiter oder Landstreicher abgestempelt. Also schwimmt man halt mit dem Strom. Steht jeden morgen auf, geht zur Arbeit, isst, schläft, arbeitet um schlussendlich doch nur recht und schlecht über die Runden zu kommen. Das soll Leben sein? – fragte Töchterchen. Dann wurde es sehr philosophisch. Ich fand unser Gespräch sehr interessant. Die Sichtweise die sie und er haben. Wie wir (sie beide) darüber geredet haben, fand ich sehr spannend.

Es war ein richtig gelungener und interssanter Abend. Ich bin stolz, dass Töchterchen eben „kein Schaf“ sein will. Solche Menschen sind relativ selten anzutreffen. Wenn ich mein Umfeld ansehe, kenn ich eigentlich nur wenig solche Leute. Ich würde mich selbst auch nicht als 0-8-15 Typ bezeichnen, aber ich schwimme mit dem Strom… denn ich habe – denke ich – keine andere Wahl. Oder doch?

Was meint Ihr?